Kopfschmerzen am Morgen haben viele mögliche Ursachen: zu wenig oder unruhiger Schlaf, Alkohol, Schmerzmittel, Atempausen im Schlaf, aber auch Erkrankungen, die ärztlich abgeklärt gehören. Diese Seite behandelt nur den Teil, der mit dem Liegen zusammenhängen kann: Nackenhaltung, Kissen und Verspannung über Nacht. Lesen Sie zuerst die Warnzeichen. Trifft eines davon zu, ist nicht das Kissen die erste Frage, sondern der Arztbesuch.
Wenn der Nacken mitspielt: das typische Muster
Hängt der Kopfschmerz mit dem Liegen zusammen, sieht es oft so aus: Er sitzt im Nacken oder am Hinterkopf und zieht manchmal bis zur Stirn. Gleich nach dem Aufstehen ist er am stärksten. Mit Bewegung wird er im Lauf des Vormittags schwächer. Häufig ist auch der Nacken steif.
Das kann ein Hinweis auf eine Verspannung sein, die sich über Nacht aufgebaut hat. Ein Beweis ist es nicht. Auch Kopfschmerzen bei Atempausen im Schlaf oder nach häufiger Einnahme von Schmerzmitteln sind oft morgens am stärksten.
Kissen und Nackenhaltung
Liegt der Kopf zu hoch oder zu tief, ist der Hals die ganze Nacht leicht gebeugt oder gedreht. Die Nackenmuskeln halten dagegen, auch im Schlaf. Am Morgen kann sich das als Kopfschmerz zeigen. In Seitenlage hängt die richtige Kissenhöhe zudem davon ab, wie tief die Schulter einsinkt. Ausführlich erklärt das die Seite Nacken- und Schulterschmerzen im Schlaf.
Auch die Bauchlage belastet den Nacken: Der Kopf ist stundenlang zur Seite gedreht. Wer morgens mit Kopfschmerzen aufwacht und auf dem Bauch schläft, sollte das in der Beratung ansprechen.
Zähne pressen in der Nacht
Manche Menschen pressen oder knirschen nachts mit den Zähnen, ohne es zu merken. Die Spannung in der Kaumuskulatur kann bis in Schläfen und Nacken reichen und zu Kopfschmerzen am Morgen beitragen. Hinweise darauf sind ein müder oder schmerzender Kiefer am Morgen, empfindliche Zähne oder ein Knirschen, das jemand nachts gehört hat. Das klärt die Zahnärztin oder der Zahnarzt ab, nicht eine Liegeberatung.
Schnarchen mit Atempausen
Kopfschmerzen gleich nach dem Aufwachen können auch mit einer Schlafapnoe zusammenhängen, besonders zusammen mit lautem Schnarchen, Atempausen und Müdigkeit am Tag. Das gehört zur Hausärztin oder zum Hausarzt. Mehr dazu auf der Seite Schnarchen und Schlafposition.
Selbstcheck
Beantworten Sie diese Fragen für sich. Eine Abklärung ersetzt der Selbstcheck nicht.
- Sitzt der Kopfschmerz im Nacken oder am Hinterkopf, und wird er im Lauf des Vormittags mit Bewegung besser?
- Ist Ihr Nacken am Morgen steif?
- Ist Ihr Kissen schon viele Jahre alt oder flachgelegen, oder haben Sie kürzlich Kissen oder Matratze gewechselt?
- Schlafen Sie oft auf dem Bauch, mit zur Seite gedrehtem Kopf?
- Fühlt sich Ihr Kiefer am Morgen müde an, oder sind Ihre Zähne empfindlich?
- Schnarchen Sie laut, oder hat jemand Atempausen bei Ihnen bemerkt?
So lesen Sie das Ergebnis: Ein Ja bei den Fragen 1 bis 4 spricht dafür, dass Nacken und Liegen eine Rolle spielen können. Ein Ja bei Frage 5 gehört zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt, ein Ja bei Frage 6 zur Hausärztin oder zum Hausarzt.
Warnzeichen: zuerst ärztlich abklären
Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, auch ernste. Bei diesen Anzeichen gehen Sie zuerst zur Ärztin oder zum Arzt oder in den Notfall, nicht in eine Liegeberatung:
Sofort in den Notfall oder Notruf 144:
- plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen, wie Sie sie noch nie hatten
- Kopfschmerzen mit Seh- oder Sprechstörungen, Lähmung, Schwäche oder Taubheit auf einer Körperseite, Verwirrtheit oder einem Krampfanfall
- Kopfschmerzen mit Fieber und steifem Nacken
- Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf, besonders wenn Sie blutverdünnende Medikamente nehmen
- mehrere Personen im Haushalt haben am Morgen gleichzeitig Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit. Das kann ein Hinweis auf Kohlenmonoxid sein: Verlassen Sie die Wohnung, und rufen Sie dann den Notruf 144.
Bald zur Hausärztin oder zum Hausarzt:
- neue Kopfschmerzen, die Sie so nicht kannten, besonders ab etwa 50 Jahren. Schmerzt es an der Schläfe oder beim Kauen, gehen Sie noch am selben Tag.
- Kopfschmerzen, die von Woche zu Woche stärker werden oder sich in der Art verändern
- Kopfschmerzen, die Sie nachts aus dem Schlaf wecken, oder Kopfschmerzen am Morgen mit Erbrechen
- Kopfschmerzen, die beim Husten, Pressen oder Bücken deutlich stärker werden
- Sie nehmen wegen Kopfschmerzen häufig Schmerzmittel
- Kopfschmerzen zusammen mit lautem Schnarchen und Atempausen
- Kopfschmerzen bei hohem Blutdruck, bei einer Krebserkrankung oder einem geschwächten Immunsystem
Die Schlafberatung bei Sleeplife ersetzt keine ärztliche Untersuchung und stellt keine Diagnose. Mehr dazu im Artikel Liegeberatung oder Arzt?
Was die Beratung klärt
Trifft keines der Warnzeichen zu, und passt das typische Muster? Dann nehmen wir in der Liegediagnostik im Stehen Ihre Körpermasse und Körperkontur auf und richten danach Ihr Liegesystem ein. Beim Probeliegen auf dem Rücken und auf der Seite schauen wir gemeinsam, ob Kopf, Hals und Rücken in einer Linie liegen und ob die Schulter genug einsinkt. Daraus leiten wir ab, ob ein anderes Kissen, eine andere Einstellung der Unterfederung oder eine andere Liegeposition sinnvoll ist.
Was wir nicht tun: Wir stellen keine Diagnose und klären nicht ab, woher Ihre Kopfschmerzen kommen. Ein Versprechen, dass die Kopfschmerzen verschwinden, geben wir nicht. Wie der Termin bei uns abläuft, lesen Sie auf der Seite Schlafberatung.

