Rückenschmerzen nach dem Aufstehen sind häufig. Viele fragen sich dann: Liegt es an der Matratze? Manchmal spielt das Liegen tatsächlich eine Rolle, manchmal nicht. Diese Seite zeigt, woran Sie das erkennen können. Dazu gibt es einen kurzen Selbstcheck und die Warnzeichen, bei denen Sie zuerst ärztlichen Rat brauchen.
Das typische Muster
Wenn das Liegen mitspielt, sieht es oft so aus: Beim Aufstehen ist der Rücken steif und tut weh. Nach einer halben Stunde in Bewegung wird es deutlich besser. Am nächsten Morgen beginnt es von vorn.
Das kann ein Hinweis sein, dass die Nacht Ihren Rücken belastet. Ein Beweis ist es nicht. Auch Abnützung der Gelenke (Arthrose) oder eine entzündliche Erkrankung können am Morgen steif machen. Schmerzen, die den ganzen Tag bleiben oder zunehmen, haben häufiger eine andere Ursache. Lesen Sie dazu die Warnzeichen.
Drückt die Matratze, oder fehlt die Stütze?
Beim Liegen gibt es zwei typische Probleme. Oft kommen beide zusammen vor.
Zu viel Druck. Gibt die Liegefläche an Schulter oder Becken zu wenig nach, entsteht dort viel Druck. Der Körper weicht im Schlaf aus und dreht sich häufiger. Das kann den Schlaf stören. Morgens fühlt sich der Rücken dann steif an.
Zu wenig Stütze. Hängt die Wirbelsäule im Liegen durch oder knickt sie ab, arbeiten die Rückenmuskeln die ganze Nacht, ohne dass Sie es merken. Morgens spüren Sie das als Ziehen oder Verspannung.
Was ist die Unterfederung? So nennt man den Lattenrost oder die Federung unter der Matratze. Bei vielen Modellen lassen sich einzelne Zonen weicher oder fester stellen, etwa an Schulter, Lende und Becken. Ist die Beckenzone zu weich, sinkt das Becken zu tief ein. Fehlt im Lendenbereich die Stütze, hängt der untere Rücken in der Luft. In beiden Fällen müssen die Muskeln stundenlang ausgleichen.
Matratze, Unterfederung und Kissen zusammen nennt man das Liegesystem.
Rückenlage, Seitenlage, Bauchlage
Wie Sie liegen, verändert, wo der Druck entsteht und wie die Wirbelsäule verläuft.
Rückenlage. Die Wirbelsäule hat von Natur aus eine leichte S-Form. Die Liegefläche sollte den unteren Rücken sanft stützen: ihn nicht durchhängen lassen und ihn nicht nach oben drücken.
Seitenlage. Hier zählt, wie tief Schulter und Becken einsinken können. Bei breiten Schultern oder Hüften braucht es dort mehr Nachgiebigkeit, sonst liegt die Wirbelsäule schief. Das Einsinken der Schulter nennt man Schulterabsenkung. Es betrifft vor allem den Nacken. Mehr dazu auf der Seite Nacken- und Schulterschmerzen im Schlaf.
Bauchlage. Sie führt oft zu einem Hohlkreuz, und der Kopf ist die ganze Nacht zur Seite gedreht. Eine Matratze kann das nur wenig ausgleichen. Oft ist es sinnvoller, sich nach und nach an die Seitenlage zu gewöhnen. Wie das gehen kann, besprechen wir in der Beratung.
Selbstcheck
Beantworten Sie diese Fragen für sich. Je öfter Sie mit Ja antworten, desto eher spielt das Liegen eine Rolle. Eine Abklärung ersetzt der Selbstcheck nicht.
- Ist Ihr Rücken morgens steif, und wird es nach kurzer Zeit in Bewegung, etwa einer halben Stunde, deutlich besser?
- Drehen Sie sich nachts oft, oder wachen Sie beim Umdrehen auf?
- Ist Ihre Matratze schon viele Jahre alt, oder hat sie sichtbare Mulden?
- Haben Sie in Rückenlage das Gefühl, dass der untere Rücken in der Luft hängt oder das Becken tief einsinkt?
- Wird der Schmerz merklich anders, wenn Sie die Liegeposition wechseln?
- Teilen Sie die Matratze mit jemandem, der deutlich schwerer oder leichter ist als Sie?
- Ging es Ihrem Rücken in einem anderen Bett, etwa in den Ferien, spürbar besser oder schlechter?
Warnzeichen: zuerst ärztlich abklären
Bei diesen Anzeichen gehen Sie zuerst zu Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, nicht in eine Liegeberatung:
- Rückenschmerzen nach einem Unfall oder Sturz, auch nach einem leichten Sturz, wenn Sie Osteoporose haben
- Fieber oder starkes Krankheitsgefühl zusammen mit Rückenschmerzen
- Gewichtsverlust, den Sie sich nicht erklären können
- eine Krebserkrankung, auch eine frühere
- Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in einem Bein oder in beiden Beinen
- Schmerzen, die Sie nachts unabhängig von der Liegeposition wecken oder von Woche zu Woche stärker werden
- Steifheit am Morgen, die regelmässig länger als eine Stunde dauert
Sofort in den Notfall oder Notruf 144: wenn Sie Blase oder Darm nicht mehr kontrollieren können, wenn Gesäss oder Innenseite der Oberschenkel taub sind oder wenn ein Bein plötzlich gelähmt ist.
Die Schlafberatung bei Sleeplife ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Mehr dazu im Artikel Liegeberatung oder Arzt?
Was die Beratung klärt
In der Liegediagnostik nehmen wir im Stehen Ihre Körpermasse und Körperkontur auf und richten danach Ihr Liegesystem ein. Beim Probeliegen prüfen wir gemeinsam, ob Sie eher zu viel Druck oder zu wenig Stütze haben. Dann erklären wir Ihnen, was sich an Ihrem Liegesystem ändern liesse: eine andere Einstellung der Unterfederung, eine andere Matratze oder eine andere Liegeposition. Ob eine Anpassung Ihres jetzigen Betts reicht oder ein neues System sinnvoller ist, entscheiden Sie mit uns zusammen.
Ein Versprechen, dass Ihre Schmerzen verschwinden, geben wir nicht. Was Sie bekommen: eine Messung, eine verständliche Erklärung und eine begründete Empfehlung. Wie der Termin abläuft, lesen Sie auf der Seite Schlafberatung.

