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Ratgeber · Beschwerden

Hüftschmerzen in Seitenlage: welche Rolle das Liegen spielt

Wenn Hüfte oder Becken in Seitenlage schmerzen: Druck, Einsinktiefe und was beim Liegen hilft.

Hüftschmerzen in der Nacht, vor allem auf der Seite, auf der Sie liegen? Dann lohnt sich ein Blick auf Matratze und Unterfederung. Seitlich am Oberschenkel sitzt ein Knochenvorsprung, der Trochanter. In Seitenlage drückt er direkt in die Liegefläche. Diese Seite erklärt, wann das Liegen dabei mitspielt, was Sie selbst ausprobieren können und bei welchen Warnzeichen Sie zuerst ärztlichen Rat brauchen. Schulterschmerzen in Seitenlage behandelt die Seite Nacken- und Schulterschmerzen im Schlaf.

Warum der Druck an der Hüfte so gross ist

Auf der Seite trägt der Körper sein Gewicht über wenige Stellen ab, und eine davon ist der Trochanter. Gibt die Liegefläche dort kaum nach, sammelt sich der Druck auf einer kleinen Stelle. Nach Stunden in derselben Lage kann das schmerzen, oder ein bestehender Schmerz wird stärker.

Wichtig: Schmerzen seitlich an der Hüfte haben oft auch andere Gründe, zum Beispiel eine Reizung von Sehnen oder Schleimbeutel am Trochanter. Schmerzen in der Leiste kommen eher aus dem Hüftgelenk selbst, etwa bei Arthrose. Und was vom Gesäss ins Bein zieht, kann vom Rücken kommen. Eine passende Liegefläche kann die Hüfte nachts entlasten. Eine solche Ursache behandelt sie nicht. Das gehört in ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung.

Das Becken muss einsinken können

In Seitenlage ist das Becken meist breiter als die Taille. Damit die Wirbelsäule gerade liegt, muss das Becken ein Stück in die Liegefläche einsinken.

Zu fest: Becken und Schulter bleiben oben, die Taille hat keine Auflage. Die Wirbelsäule hängt dazwischen durch, und der Druck auf den Trochanter steigt.

Zu weich: Das Becken sinkt tiefer ein als der Oberkörper. Die Wirbelsäule läuft schräg nach unten und knickt in der Taille seitlich ab. Die Muskeln im unteren Rücken müssen das die Nacht hindurch ausgleichen.

Beides spüren Sie oft nicht, wenn Sie sich nur kurz hinlegen. Welche Zone der Unterfederung für das Becken zuständig ist, erklärt der Artikel Unterfederung erklärt.

Ein Kissen zwischen den Knien

Liegen Sie auf der Seite, rutscht das obere Knie oft nach vorn auf die Matratze. Das Becken dreht dabei mit, und an der oberen Hüfte zieht es. Ein Kissen zwischen den Knien hält das obere Bein auf Hüfthöhe. Das kann die Hüfte und den unteren Rücken entlasten. Probieren Sie es ein paar Nächte lang aus. Es kostet nichts, ein normales Kissen genügt für den Anfang.

Gegen den Druck auf der unteren Hüfte hilft das Kissen allerdings nicht. Ist die Liegefläche dort zu fest, bleibt der Druck.

Wenn zwei unterschiedlich schwer sind

Liegen Sie mit jemandem auf einer durchgehenden Matratze, der deutlich schwerer oder leichter ist, sinkt die schwerere Person tiefer ein. Die leichtere liegt dann leicht schräg und rollt Richtung Mitte. Eine Härte für beide ist oft ein Kompromiss, der keinem richtig passt. Mit zwei getrennten Matratzen und Unterfederungen lässt sich jede Seite für sich einstellen.

Selbstcheck

Beantworten Sie diese Fragen für sich. Je öfter Sie mit Ja antworten, desto eher spielt das Liegen eine Rolle. Eine Abklärung ersetzt der Selbstcheck nicht.

  1. Schmerzt vor allem die Hüfte, auf der Sie gerade liegen, und wird es besser, wenn Sie die Seite wechseln?
  2. Ist die Hüfte vor allem nachts und am Morgen empfindlich, tagsüber beim Gehen aber kaum?
  3. Drehen Sie sich nachts oft von einer Seite auf die andere?
  4. Ist Ihre Matratze schon viele Jahre alt, oder hat sie im Bereich der Hüfte eine Mulde?
  5. Teilen Sie die Matratze mit jemandem, der deutlich schwerer oder leichter ist als Sie?
  6. Wird es besser, wenn Sie ein Kissen zwischen die Knie nehmen?

Warnzeichen: zuerst ärztlich abklären

Bei diesen Anzeichen gehen Sie zuerst zur Ärztin oder zum Arzt, nicht in eine Liegeberatung:

Bald zur Hausärztin oder zum Hausarzt:

  • Hüftschmerzen auch tagsüber, beim Gehen, Treppensteigen oder Aufstehen aus dem Sitzen, oder Schmerzen in der Leiste
  • die Hüfte lässt sich mit der Zeit immer schlechter bewegen
  • Schmerzen, die nachts unabhängig von der Liegeposition anhalten oder von Woche zu Woche stärker werden
  • Schmerzen, die vom Rücken über das Gesäss ins Bein ziehen, mit Kribbeln, Taubheit oder Schwäche im Bein
  • neue Schmerzen an einer operierten Hüfte oder einem künstlichen Hüftgelenk
  • Gewichtsverlust, den Sie sich nicht erklären können, oder eine Krebserkrankung, auch eine frühere

Sofort in den Notfall oder Notruf 144: nach einem Sturz, auch einem leichten, wenn Sie das Bein nicht mehr belasten können oder das Bein verkürzt oder nach aussen gedreht wirkt, besonders bei Osteoporose. Ebenso bei starken Hüftschmerzen mit Fieber und starkem Krankheitsgefühl, wenn sich die Hüfte kaum noch bewegen lässt.

Die Schlafberatung bei Sleeplife ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Mehr dazu im Artikel Liegeberatung oder Arzt?

Was die Beratung klärt

In der Liegediagnostik nehmen wir im Stehen Ihre Körpermasse und Körperkontur auf und richten danach Ihr Liegesystem ein. Beim Probeliegen in Seitenlage prüfen wir gemeinsam, ob der Trochanter zu stark aufdrückt und ob Becken und Wirbelsäule in einer Linie liegen. Daraus leiten wir ab, ob eine andere Einstellung der Unterfederung, eine andere Matratze oder ein Kissen zwischen den Knien sinnvoll ist. Ob sich Ihr jetziges Bett anpassen lässt, prüfen wir dabei zuerst.

Ein Versprechen, dass Ihre Schmerzen verschwinden, geben wir nicht. Was Sie bekommen: eine Messung, eine verständliche Erklärung und eine begründete Empfehlung. Wie der Termin abläuft, lesen Sie auf der Seite Schlafberatung.

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026

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